Fakten kurz und knapp

Auftrag Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig mit einer AR-Anwendung digital erweitern
Technologie Markerbasiertes Augmented Reality auf Tablets
Auftraggeber Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

                                   

AR-Upgrade fürs Stadtgeschichtliche Museum Leipzig

                                   

                                   

Die Ausstellung im Alten Rathaus erzählt mit über 1000 Exponaten zwei Jahrhunderte Stadtgeschichte: von der bürgerlichen bis zur Friedlichen Revolution und Wiedervereinigung. Im Fokus stehen die Leipziger Bewohner mit ihren Hoffnungen, Enttäuschungen und Sehnsüchten nach Freiheit und Selbstbestimmung.

An insgesamt acht digitalen Stationen können Besuchende mittels Augmented Reality nun noch mehr über die Geschichten hinter den Ausstellungsstücken erfahren. Ein virtueller Guide begleitet sie durch das Museum und führt zielsicher zu den versteckten Highlights und in Vergessenheit geratenen Persönlichkeiten.

Ziel ist es die Ausstellung mit virtuellen Inhalten aufzuwerten und dass, ohne von den eigentlichen Museumsstücke abzulenken. So gehen wir einen nötigen Schritt hin zur Digitalisierung musealer Sammlungsvermittlung und schaffen eine Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der Einrichtung.

                                   

                                   

   

Das Museum wird zur Zeitmaschine

   

Hierfür ist AR das Mittel der Wahl. Es lässt sich minimalinvisibel in den Ausstellungsraum integrieren und entfaltet erst im Zusammenspiel mit den realen Objekten seine Faszination.

So werden eigentlich unscheinbare Ausstellungsstücken in den Vordergrund gerückt, damit die Besucher*innen noch tiefer in ihre Geschichte eintauchen können. Außerdem werden historische Persönlichkeiten und deren Geschichten sichtbar, die sich hinter so manchem Gegenstand verstecken.

Eines dieser oft übersehenen Elemente ist eine alte Kellertür, auf der akribisch alle 296 Leipziger Fliegeralarme des 2. Weltkriegs dokumentiert wurden. Mittels AR werden die verblassten Zeitzeugnisse des Kriegsalltags wieder erkennbar.
Hierfür wurden die Ausstellungsstücke als 3D-Objekte nachgeformt und mittels Fototexturen originalgetreu nachgebildet. Anschließend wurden zusätzliche Informationen und Animationen ergänzt.

 

Aber auch historische Persönlichkeiten verstecken sich hinter den Exponaten. Besuchende treffen auf Charaktere wie Julie Bebel, die spannende Geschichten zu erzählen hat! Hierfür sind Schauspieler*innen in die historischen Rollen geschlüpft und ermöglichen einen lebendigen Dialog mit den Alltagsheld*innen von damals.
Die vor Greenscreen gefilmten Szenen wirken dank spezieller Kameratechnik wie dreidimensionale Hologramme und interagieren passgenau mit dem Ausstellungsraum – so wird beispielsweise ein Türdurchbruch zum Schaufenster in eine längst vergangene Zeit und eine geschrumpfte Julie Bebel interagiert mit der Bronzebüste ihres Mannes.

                                   

                                   


Was es zu beachten galt


Augmented Reality ist stark von der Umgebung abhängig und gerade im musealen Kontext gab es einiges zu beachten:
Der Eingriff in den Alltag des Museums sollte so klein wie möglich sein und die Ausstellung auch ohne digitale Inhalte weiter funktionieren. Deshalb mussten die Scan-Marker zum triggern des AR-Contents dezent und teilweise weit entfernt von der späteren Animation platziert werden. Darunter leidet die passgenaue Platzierung der AR-Inhalte, welche aber für die Interaktion mit den physischen Ausstellungselementen zwingend nötig ist. Um dies zu vermeiden nutzen wir die AR WorldMap Technologie – So wird der Raum selbst zum Marker.

Eine weitere Herausforderung sind die Lichtverhältnisse vor Ort: Düstere Räume mit punktuellen Lichtakzenten versetzten das Publikum in eine passende Stimmung und lenken den Blick gezielt auf die Ausstellungstücke. Doch wenn man mit einer kamerabasierten Technologie arbeitet, ist eine ungleichmäßige Beleuchtung mit vielen Spiegelungen an Vitrinenscheiben eher hinderlich. Allerdings bietet das feste Beleuchtungskonzept des Museums auch Vorteile: so können alle virtuellen Exponate mit korrektem Schattenwurf und Reflektionen ins richtige Licht gerückt werden und sie fügen sich optimal in die Umgebung ein, als wären sie schon immer da gewesen.

Hinter dem Museum Ex Machina, dem “Museum aus der Maschine”, verbirgt sich ein interdisziplinäres Team, das neben dem Stadtgeschichtlichen Museum und OVRLAB auch die Schaubühne Lindenfels, MiraCode sowie weitere Akteure umfasst. Außerdem muss auf das diverse Zielpublikum mit unterschiedlichsten Vorerfahrungen Rücksicht genommen werden. So muss die Bedienung der App intuitiv und möglichst autark, ohne Betreuungsaufwand durch Museumsmitarbeiter funktionieren.

Für einen detaillierteren Blick hinter die Kulissen lohnt sich ein Blick in den Making-Of-Trailer:                                

                                         

Die Vergangenheit zukunftssicher machen


Entstanden ist ein außergewöhnliches Update für die Dauerausstellung und ein gelungener Mix aus historischen Objekten, Theater-Performance und Augmented Reality. Das macht das Museum zu einer spannenden Experience, die Interessierte in eine andere Zeit entführt und die Ausstellungsstücke erweitert, statt sie zu ersetzen.
Bei der Entwicklung der App wurde von Anfang an auf Modularität geachtet. Aktuell befindet sich bereits eine Mehrsprachige Version in Entwicklung und weitere Statonen werden geplant. So sorgen wir auch zukünftig für neuen Content, für den es sich definitiv lohnt das Museum zu besuchen.